Eigenartige Offiziersuniformen

21 Jan. 2021 11:01 #26 von Heinrich
Oberstdivisionär Treytorrens de Loys (* 1857, † 1917) war bekannt für sein Faible für extravagante Uniformen und sein Interesse an der Einführung feldgrauer Uniformen. Als Divisionskommandant wurde er von der Bekleidungskommission und dem Generaladjutanten Oberstdivisionär Brügger direkt informiert. De Loys war auch der einzige Divisionär, der sich mit dem Helm von Charles L'Eplattenier ablichten liess.
Zum Cord/Manchester-Stoff der Stiefelhose wäre noch nachzutragen, dass dieser früher auch unter der Bezeichnung Diagonaltuch oder Radfahrer-Diagonalstoff bekannt war. Auch deutsche Offiziersuniformen wurden aus ihm hergestellt.
Bei den Mützen der höheren Stabsoffiziere war bis und mit dem Bundesratsbeschluss vom 31. März 1915 ein grosser Spielraum bei der Interpretation der Vorschriften vorhanden, weshalb man in dieser Zeit sehr unterschiedlichen Mützen auf alten Abbildungen findet.

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19 Jan. 2021 15:55 #20 von duschi1
Ich glaube dass die Versuche für eine neue Uniform 1914 mit der Einführung der Ord 14 abgeschlossen war. Glaube eher an eine Privatanfertigung
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18 Jan. 2021 12:34 - 18 Jan. 2021 12:41 #17 von Kostüm Kaiser
Bis zur Ordonnanz 1949 hatten die Offiziere viel Freiraum was die Herstellung ihrer Uniform anging. Da sie die Uniform selber herstellen liessen und auch selber bezahlten, schöpften einige Offiziere aus dem Vollen.

Eine solche Uniform welche die Vorgaben sehr frei interpretiert oder evtl. eine Versuchsuniform, sehen wir hier 1916 bei Oberstdivisionär Trytorrens de Loys - links im Bild. Er war ab 1913 bis zu seinem Tod 1917 Kommandant der 2. Division.

Bei seiner Uniform fallen einige Dinge auf:
  • Die Stiefelhose scheint aus einem Cord/Manchester-Stoff zu sein. Zahlreiche Hosen wurden aus Diagonaltuch hergestellt, da es leicht elastisch ist. Bei solchen Hosen sind die Streifen jedoch wie der Name schon sagt diagonal. Hier sind die Streifen jedoch gerade, was auf einen Cord-Stoff schliessen lässt.
  • Die Mütze hat zwar die 1914 eingeführte Stickerei, ist jedoch im Stil der französischen Mützen geschnitten. So ist der Deckel oben herabgesetzt und auf allen vier Seiten befinden sich 3 eingenähte schwarze Passepoiles. Da de Loys in Frankreich gebohren wurde, hat er sich hier offensichtlich von den dort gebräuchlichen Offiziersmützen inspirieren lassen.
  • Beim Waffenrock hat einen zu dieser Zeit ungewöhnlichen Umlegekragen. Darauf ist die Kragenstickereien des Oberstdivisionärs eingenäht. Da sie für den Stehkragen gestickt sind, passen Sie auch nicht so richtig in die Form. Die beiden Sterne für Oberstdivisionäre - je einer pro Kragenseite - wurden erst 1940 eingeführt.
    Die Achselklappen wurden weggelassen. Dies ist bei Ausgangsuniformen nicht selten.
    Über die Brust ist ein dekorativer Göller genäht wie man ihn auch bei anderen Offiziersuniformen - z.B. bei Oskar Bieder - findet.
    Auf dem rechten Ärmel ist über den Aufschlag eine Tasche eingenäht, wie man sie auch nicht jeden Tag sieht. Dafür scheinen die Knöpfe auf dem Aufschlag weggelassen worden zu sein.
Alles in allem also ein sehr auffälliges Erscheinungsbild.
Hier dürfen gerne noch weitere spezielle Offiziersuniformen angefügt werden.

Quelle des Bildes: Bundsarchiv CH-BAR#E27#1000/721#14095#4044*

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Letzte Änderung: 18 Jan. 2021 12:41 von Kostüm Kaiser.

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